Häufig Gestellte Fragen zur Rotorblattverlängerung

Die RBE – Rotorblattverlängerung ist ein Produkt, das es ermöglicht, Rotorblätter von Windrädern des Typs Bonus 1.0 und Bonus 1.3 zu verlängern. Die Verlängerung wird an einem hängenden Rotorblatt montiert und dabei an der ursprünglichen Blattspitze befestigt. Dadurch wird die Montagezeit stark reduziert, was kurze Stillstandzeiten ermöglicht.

Die Rotorblattverlängerung bietet viele Vorteile, einschließlich der Möglichkeit, die Produktion eines Windparks zu erhöhen, ohne die Rotorblätter der Windräder zu ersetzen.

Häufig gestellte Fragen zur RBE

1. Auf welche Windradmodelle ist die RBE anwendbar?

Derzeit können Rotorblattverlängerungen von Energiekontor für folgende Windradmodelle eingesetzt werden:

  • AN BONUS 1.0MW LM 26.1
    • RBE 1,0 m entwickelt, getestet und zertifiziert
    • Stromerzeugungssteigerung jährlich: 7 %, nachgewiesen durch Messungen bei den Testkampagnen
  • AN BONUS 1.3MW LM 29.0
    • RBE 1,5 m entwickelt, getestet und zertifiziert
    • +6,2 % Leistungsfähigkeit bei Nennleistung*
    • Stromerzeugungssteigerung jährlich: 5,2 %*

Weitere Lösungen für eine größere Vielfalt an Windradmodellen sind bei EnergieKontor jedoch schon in Entwicklung.

*Berechnungen und Datenanalysen in Einklang mit IEC 61400-12

2. Wie lange dauert die Montage der RBE?

Die für die Modifikation erforderliche Zeit beträgt ca. drei bis vier Tage pro Baugruppe (d.h. pro Windrad) und die Montage erfolgt mit einer Hebebühne.

3. Ist die RBE zertifiziert?

Ja, beide Verlängerungen RBE 1,0 m und RBE 1,5 m sind von DEWI-OCC GmbH zertifiziert.

Windpark energiekontor Seixinhos

Konsequenzen für einzelne Bauteile

4. Wie ist der Sicherheitsabstand zum Turm nach der RBE-Montage?

Auf Grund der Montage der RBE steigt die Rotorblattbiegung um ca. 350 mm (30 %). Das liegt innerhalb der ursprünglichen Designbetrachtungen einschließlich eines Sicherheitsfaktors von 1,5.

5. Was sind die Konsequenzen für den Rotor?

  • Bezüglich Alterung und Zustand des Rotorblatts
    • Die RBE wird an Standorten mit überschätzten Windbedingungen eingesetzt
      • Daher sind die ursprünglichen Rotorblätter (und Windräder) generell geringeren Lasten ausgesetzt als erwartet
      • Nichtsdestotrotz wird jedes Rotorblatt vor einer Modifikation auf Anwendbarkeit geprüft
  • Blattwinkelsteuerung (aktive Stallregelung)
    • Die Blattwinkelsteuerung erfährt eine Laststeigerung von ca. 1-3 % (innerhalb der vorgegebenen Toleranzen)
  • Zusätzliche Lasten
    • Trotz der zusätzlichen Lasten an den Rotorblättern sind die Werte innerhalb der Toleranzen.
  • Schallleistungspegel
    • Nach der Montage der RBE besteht eine zusätzliche Geräuschbelastung um ca. 1,1 dB(A), diese liegt aber innerhalb der vorgegebenen Grenzen, da die Rechenungenauigkeit basierend auf IEC 61400-11 ± 2dB(A) beträgt.

6. Wie wird der Blitzschutz wiederbefestigt?

Der ursprüngliche Blitzschutz wird gemäß IEC 61400-24 an der neuen Spitze wiederbefestigt.

7. Was ist der Einfluss auf die natürlichen Frequenzen des Rotors?

Es wurden keine kritischen Änderungen der natürlichen Frequenzen des Rotors oder des Turms durch den Einsatz der RBE-Modifikation festgestellt.

8. Was sind die Auswirkungen auf die Lager und die Windnachführung?

Es wurden weder zusätzliche Schwingungen noch kritische Änderungen der natürlichen Frequenzen durch die RBE-Modifikation festgestellt. Auf Grund der langsamen Steuergeschwindigkeiten ist kein Einfluss auf die Windnachführung zu finden.

9. Gibt es eine Steigerung des Rotorschubs?

Wegen der natürlichen Steigerung des Rotorschubs auf Grund der RBE-Anwendung muss die Abschaltwindgeschwindigkeit von 25 m/s auf 23 m/s reduziert werden. Daher ist der absolut höchste verfügbare Rotorschub auf das ursprüngliche Niveau begrenzt. Auf diese Weise wird die vordefinierte Sicherheit gewährleistet.

10. Was sind die Auswirkungen auf den Antriebsstrang und den Generator?

Da die Abschaltwindgeschwindigkeit beschränkt wird, sind der Antriebsstrang und der Generator keiner Laststeigerung ausgesetzt. Die Nennausgangsleistung bleibt die gleiche.

11. Was sind die Auswirkungen auf das Fundament?

Die Statik des Fundaments bleibt auf Grund von folgenden Punkten unverändert:

  • Unveränderte Nennleistung
  • Gleicher Rotorschub wie im ursprünglichen Design
  • Kleine Erhöhung der Rotorblattmasse wirkt sich nicht auf die Belastung aus.
Stiftung Windkraftanlage

Fundament eines Windrads. Quelle: Erich Hau, Windkraftanlagen, Springer, 2008.

12. Was ist der Einfluss auf Ermüdungslasten und Standzeit?

Es gibt keinen signifikanten Einfluss auf die Standzeit des Windrads, da das Windrad weniger Lastzyklen ausgesetzt sein wird als im ursprünglichen Design vorgesehen.

Die folgenden Ergebnisse stammen aus den Berechnungen für einen echten Windpark:

  • innerhalb der Standzeit des Windrads 28,4 % weniger Umdrehungen als die in der IEC-Klasse I A angegebene Zahl;
  • um 0,8 % gestiegene 1-Hz-Äquivalenzlast durch die RBE-Modifikation.

Für weitere Informationen über Rotorblattverlängerungen von Energiekontor treten Sie bitte mit uns in Kontakt.